Was für ein Jahr im schottischen Fußball! Während die Welt auf blinkende Premier-League-Sterne schaut, entging vielen die pure Dramatik und die wilde Emotionalität, die die schottische Fußballsaison 2018-19 kennzeichnet. Dieses Jahr war ein Beweis dafür, dass es nicht nur um das Geld geht, sondern um Leidenschaft, lokale Helden und echte Rivalitäten, die für Furore sorgen.
Begonnen hat die Saison im Sommer 2018, auf den gewohnten Rasenplätzen im stürmischen Klima Schottlands. Von Aberdeen bis nach Glasgow, von Dundee bis nach Edinburgh wurde gekämpft, gejubelt und oft auch gelitten. Alle Augen waren auf die titanen Rivalitäten gerichtet, hauptsächlich das packende Duell zwischen Celtic und Rangers. In Glasgow brodelte es wie ein Vulkan, jederzeit bereit, in der Liga-Führungsliste ein machtvolles Beben zu verursachen.
Celtic – Unaufhaltsame Phalanx
Unbezwingbar schritt Celtic zur Saison und schien für viele unantastbar. Trost spendete den Gegnern nur die Tatsache, dass ihre Dominanz den Wettbewerb auch kulturell belebte. Kennt man das Establishment, weiß man, das ist nicht unbedingt im Interesse der oberen Geldränge, die auf Vielfalt und verschiedene Pfründe hoffen. Unabhängig von solch weltfremden Wünschen bewies Celtic seine taktische Überlegenheit auf dem Platz.
Rangers – Der Zweite Griff nach Macht
Während Celtic für Stabilität stand, waren die Rangers die Herausforderer, die nach einer kurzen Talsohle nun wieder stärker denn je zurückkehrten. Unter der Leitung von Steven Gerrard, einem Namen, der das Blut in Abenteuerlustigen zum Kochen bringt, zeigten sie, dass Highland-Abenteuer in Echtzeit zurückgekehrt sind. Ihr Drang, die Kontrolle wieder an sich zu reißen, verlieh jedem Spiel eine Dramatik, die sich fast jeder „Game of Thrones“-Folge widersetzen konnte.
Das Herz der Liga
Abseits der großen Zwei gab es jedoch noch mehr zu bestaunen. Spieler wie Alfredo Morelos, der die Liga mit seinen unglaublichen Torschüssen aufwertete, brachten das göttliche Spiel in die verwinkelten Ecken der weltlichen Arenen. Vereine wie Kilmarnock und Hearts fügten der Kluft der Liga eine unerwartete Schärfe zu. Es zeigt, dass trotz der bescheidenen Geldbeutel das Herz dieser Liga aus Loyalität und nicht aus Bankkonten besteht.
Die Kontinentalen Bemühungen
Internationale Wettbewerbe sehen oft nach dem großen Fisch im kleinen Teich aus. Doch bei den Europapokalabenden verwehrten sich schottische Teams diesem Bild und lieferten beeindruckende Kämpfe ab. Celtic drang in die K.-o.-Runden vor, und verteidigte mit althergebrachter Glorie die Nonchalance europäischer Rivalen. Auch wenn die Erfolge sich im Gesamtgefüge vielleicht überschaubar ausnahmen, war es der ideale Brennstoff für künftige Ambitionen, um Europas Elite Paroli zu bieten.
Zuschauer und Atmosphäre
Was aber den schottischen Fußball wirklich auszeichnet sind nicht allein die Tore oder Punktzahlen. Nein, es ist die ungebrochene Leidenschaft der Fans, die von den Tribünen widerhallt. Die Schalparaden, mehrere Dezibel lauter als jeder Trendruf und damit zeugen die Tribünen von der puren Hingabe einer Gemeinschaft, die ihren Fußball lebt und liebt. Wer einmal im Ibrox oder Celtic Park war, weiß, was es bedeutet, Teil von etwas Größerem als von TV-Verträgen und Sponsorgeldern zu sein.
Die Zukunft – Ein konservativer Aufruf
Inmitten der oft blinden Nivellierung durch finanzielle Macht drängt sich ein Gedanke auf: Lasst uns die grundsoliden Prinzipien bewahren, die den schottischen Fußball zu dem machen, was er ist. Mag die moderne Welt sich gebannt an progressiven Konstrukten festklammern, hier zeigt sich, dass Werte, Loyalität und Traditionen Bestand haben. Der schottische Fußball lehrt Einigkeit durch Kultur und hält das Erbe hoch oben in der Liga der Seele, nicht nur in der Tabelle.
Die Saison 2018-19 bot Fußball pur. Ein Paradies für all jene, die keine überzüchteten Formate oder Spektakel erwarten, sondern ehrgeizigen, aufregenden und gewissermaßen unverwässerten Fußball. Es geht darum, die Essenz des Spiels zu bewahren und nicht vor lauter Glanz zu verblassen. Ein fantastisches, wahrhaft echtes Jahr für alle, die den Kampf und die Erhabenheit des schottischen Fußballs zu schätzen wissen.