Ein politisches Drama: Die Labour-Party-Wahl 2016 in Irland

Ein politisches Drama: Die Labour-Party-Wahl 2016 in Irland

Irland bot 2016 ein politisches Drama der Extraklasse mit der Führungswahl der Labour Party. Was passierte, als Joan Burton zurücktrat und eine chaotische Nachfolgersuche begann?

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Irland mag nicht das erste Land sein, das einem in den Sinn kommt, wenn man an politische Dramen denkt, aber die Führungswahl der Labour Party im Jahr 2016 sorgte für Aufsehen. Was im Jahr 2016 mitten in Dublin geschah, könnte direkt aus einem Roman von Calamity Tom stammen, bei dem die Protagonisten an Dramatik nicht zu übertreffen sind. Joan Burton trat zurück und überließ das Chaos einem Haufen Politiker, die sich mit Klauen und Zähnen um das verbliebene Königreich stritten. Das Rennen war offen für jeden, der meinte, einen Zauberstab schwingen zu können, um die angeschlagene Partei zu retten. Aber was geschah wirklich hinter der Bühne dieser politischen Aufführung?

Erstens, Burton, die ehemalige Táiniste oder Vizepremierministerin Irlands, hinterließ ein heilloses Durcheinander. Die öffentliche Unterstützung war wie Schnee in der Sonne geschmolzen, und ihre Rücktritte waren lediglich das Sahnehäubchen. Sie veranschaulichte, was passiert, wenn Politiker versuchen, ihre eigenen Spuren mit seichten populistischen Versprechungen abzudecken. Der große Posten war für Nash, Kelly und O'Sullivan offen, drei Gesichter, die versuchten, wie moderne Ritter die Partei vor dem letzten Untergang zu bewahren.

Was wir sahen, war ein erbärmlicher Versuch von Jan O'Sullivan, die als ehemalige Bildungsministerin das Mandat erhalten wollte. Ihre Politik beruhte hauptsächlich auf der vermeintlichen Nähe zu den „Menschen“ – das übliche politische Schlagwort, hinter dem sich oft große Leere verbirgt. Zugleich tauchte Alan Kelly, der selbsternannte „Mr. Charisma“, aus den Schatten auf und wollte mit einem wolkenverhangenen Lächeln die Partei in eine neue goldene Ära führen, die er mit Pumpenlösungen füllte.

Doch der wahre Star, wenn man ihn so nennen will, war Alex White. Der Anwalt, der versuchte, seine Reden in poetische Prosa zu hüllen, die bei den Parteimitgliedern ähnlich ankam wie ein furzender Dachs auf einer Gartenparty. Sein politischer Instinkt war so selten wie ein mitfühlender Börsenmakler, und dennoch glaubte er, mit humanistischen Ansätzen eine Brücke zur realen Welt bauen zu können. Die Wahl war von politischem Zynismus getränkt, ein Bühnenstück, bei dem die ironische Distanz zu den Anhängern immer spürbarer wurde.

Die Labour Party selbst war damals ein dümpelndes Schiff, das gegen den Strom zu sinken drohte. Nach den letzten Parlamentswahlen 2016 blieb sie mit einer Handvoll Sitzen wie ein fragiles Mosaik zurück. Der Kampf um die Seele der Labour Party wurde von den Medien als Kampf zwischen „Alter Tradition“ und „Neuer Realität“ verkauft. Aber was war diese neue Realität? Eine Verfolgungsjagd nach den Stimmen der Jugend mit Versprechungen über Flüchtlingspolitik, Bildung und Umwelt, die schnell vergessen wurden, sobald die Mikrofone ausgeschaltet waren.

Inmitten dieser politischer Kakophonie war die Hauptfrage: Konnte jemand die Partei noch retten? Die Antwort offenbarte sich als so vorhersehbar wie die Wettervorhersage in einem irischen Sommer: ein weiteres Beispiel für das Scheitern linker Parteipolitik, die feststeckt zwischen moralischer Überlegenheit und der gleichzeitigen Distanzierung vom Alltagsleben der Bürger. Wenn die „Volksnähe“ aus der Produktbeschreibung verschwindet, dann bleibt nur das politische Vakuum.

Es ist angebracht zu fragen, ob die Labour Party wirklich jemanden wie Kelly, White oder O'Sullivan brauchte, um die politische Landschaft zu verändern. Während dieser medial ausgebluteten Wahlkampagne zeigten sie oft mehr Eifer darin, sich gegenseitig zu übertrumpfen als sich auf das zu konzentrieren, was eigentlich zählt: den Wählern eine klare und wirkungsvolle Alternative zu bieten.

Mehr als alles andere stand das Schauspiel der Führungswahl 2016 in Irland für den Verfall und die Verfehlungen einer Partei, die sich ihrer eigenen Geschichte allzu oft entgegenstellt. Der Versuch, den Reichstagsbrand durch billige Taschenspielertricks zu löschen, brachte nur einen verrußten Scherbenhaufen hervor, der die politische Linke des Landes immer weiter in die Irre führte. Die zweifelhafte Ironie dabei ist, dass diese Wahl trotzdem als Wendepunkt in der parteipolitischen Geschichte stilisiert wurde.

Was bleibt, ist der klägliche Blick auf ein halbes Dutzend Politiker, die es nicht schafften, aus dem Schatten ihrer eigenen Versprechen herauszutreten. Mit einem Fehlen echter politischer Visionen bleibt die Labour Party 2016 als eine Fußnote in den politischen Annalen Irlands, gleichzeitig mahnend und melancholisch. Ein Lehrstück für all diejenigen, die glauben, dass politische Macht durch Halbwahrheiten und seichte Marketingstrategie gewonnen werden kann. Die einzige Lehre: Wenn man niemandem folgt, der keine klaren Linien zieht, endet man im Chaos.