Machen wir eine Zeitreise: Vor 18 Jahren, im Jahr 2005, standen wir in einem Deutschland, das nach Veränderungen sehnte. Angela Merkel trat als erste weibliche Bundeskanzlerin ihr Amt an. Deutschland war damals schon auf der Suche nach wirtschaftlicher Stabilität und einer neuen sozialen und politischen Richtung. Doch was hat sich wirklich verändert, und was könnten die Konsequenzen für die heutige Gesellschaft sein?
Beginnen wir mit der Wirtschaft. Ein Wort: Ausverkauf. Seit 2005 haben wir kontinuierlich erlebt, wie unser Land durch die Globalisierung und die stetige Öffnung neuer Märkte seinen industriellen Vorsprung eingebüßt hat. Deutschland war einst das Vorzeigeland für technologischen Fortschritt und Ingenieurskunst. Heute nehmen andere Länder die Spitzenplätze ein, während wir genug mit regulatorischen Hürden und einer veraltet denkenden Bürokratie zu kämpfen haben, die jede Innovation im Keim ersticken. Die Frage ist: Wie weit soll das noch gehen?
In der Bildung hat sich ebenfalls einiges getan. Man hätte gedacht, dass der Übergang von G9 zu G8 in den Gymnasien Deutschlands Bildungsniveau nach oben katapultiert. Weit gefehlt. Die Verkürzung der Schulzeit ohne geeigneten methodischen Anpassungen hat nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer an ihre Grenzen gebracht. Am Ende haben wir Schüler, die gestresst und überfordert ins Leben entlassen werden. Wo ist die versprochene Verbesserung geblieben?
Ein weiterer Brennpunkt ist die Familienpolitik. Wir erinnern uns: 2007 wurde das Elterngeld eingeführt. Ein cleveres Konzept, um die Geburtenrate zu steigern und Mütter und Väter mehr in die Kindeserziehung einzubinden. An sich eine feine Sache. Trotzdem hat die Geburtenrate kaum einen historischen Sprung gemacht. Warum? Viele junge Familien empfinden nach wie vor finanzielle Unsicherheiten und die starren Rollenbilder sind auch nicht verschwunden. Wir sollten uns fragen, ob die Politik hier nicht ein wenig blauäugig die realen Probleme ignoriert hat.
Ein Blick auf die Politik: Die CDU blieb bis 2021 an der Macht. Ein politisches Dauerabo in Deutschland? Viele haben gelacht, als die SPD-Führung meinte, mit Olaf Scholz das ganz große Rad drehen zu können. Was hat die CDU in diesen 16 Jahren für Konturen und Fortschritte gesetzt? Die Union mag konservativ klingen, hat aber leider oft genug bewiesen, den Kurs nicht halten zu können. Wenn man es recht bedenkt, war ihre Regierungszeit mehr ein Balanceakt zwischen gewollter Innovation und ideologischen Bremsspuren.
Die Gesellschaft ist heute diverser und individueller denn je, was nicht unbedingt schlecht ist. Doch ein Staat, der alles und jedem gerecht werden will, dem fehlt am Ende die entscheidende Durchsetzungskraft. Wir meinen, man dürfe keine Gruppen bevorzugen, aber irgendwie doch.
2005 war die Welt noch in der Hoffnung für mehr digitale Vernetzung und weniger Globalisierungspersönlichkeit. Was haben wir erreicht? Jeder ist immer irgendwo vernetzt, aber wirklich gesprochen wird kaum noch. Selbst im Jahr 2023 diskutieren wir immer noch über Datenschutzfragen und digitalen Nachholbedarf. Dass es immer Stimmen gibt, die alles am liebsten zerreden und weiter zerfasern wollen, zeigt, dass der gesunde Menschenverstand oft auf der Strecke bleibt. Ein echtes Trauerspiel.
Ein kleiner Blick auf die Klimapolitik ist unausweichlich. Wer 2005 dachte, der Hockeyschläger-Effekt der Globaltemperaturen sei nur Panikmache, dem hat man spätestens nach den 'Fridays for Future'-Protesten die Taschen gefüllt. Andersherum wurde in keinem Land so viel über klimaschädliche Fabriken und CO2-Zertifikate diskutiert, aber letztlich so wenig erreicht. Rechnen wir das Ganze hoch, zeigt sich ein ziemlich ernüchterndes Bild.
Baustein unseres Daseins ist die Energieversorgung. Noch 2005 schien Atomkraft der Ausweg aus vielen Problemen zu sein. Doch spätestens nach Fukushima 2011 war die Atomkraft trotz all ihrer Vorzüge zu einer Ablenkung der Energiedebatte geraten. Heute importieren wir Strom aus den Nachbarländern, während wir selbst politisch festgefahrene ‚Energiewenden’ zu feiern versuchen. Will man so wirtschaftliche Souveränität wahren?
Also, worauf wartet Deutschland noch? Wir leben in einem Land, das viele Werte besitzt, aber doch häufig im Zwiespalt ist, diese auch nachhaltig zu nutzen—ob es nun die Bürokratie, das Bildungswesen oder die Energiepolitik betrifft. Eine klare Kursfestsetzung ist überfällig.