Manchmal fühlt es sich so an, als ob unser Leben ein ständiger Streit zwischen Hoffnung und Verzweiflung ist. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich Persona 3 Der Film: Nr. 3, Falling Down. Der Anime-Film wurde 2015 veröffentlicht und ist der dritte Teil einer tetralogischen Adaption des gleichnamigen Videospiels von Atlus. Regisseur Keitaro Motonaga nimmt uns mit auf eine emotionale Reise voller Dramaturgie und existenzieller Fragen. Im Epizentrum sind die Protagonisten der SEES (Specialized Extracurricular Execution Squad), die sich der übernatürlichen Bedrohung durch Shadows stellen müssen. Ihr Schauplatz ist die Tartarus, ein mysteriöser Turm, der während der geheimnisvollen "Dark Hour" erscheint.
Die zentrale Frage, die im Film untersucht wird, ist jene nach dem Sinn des Lebens und dem unvermeidbaren Schicksal des Todes. Mit tiefgründigen Themen wie Verlust und Freundschaft spricht der Film junge Menschen an, die selbst in der Spannweite zwischen Kindheit und Erwachsensein stecken. Der Protagonist Makoto Yuki steht an der Schwelle wichtiger Entscheidungen, die durch den Tod eines nahestehenden Mentors umso gewichtiger werden. Die Begegnungen und Verluste schreien förmlich nach einer Reflexion über die eigene Existenz und die Wege, die wir wählen.
Die Animation ist atemberaubend und gibt den düsteren, emotionalen Facetten der Geschichte visuelle Kraft. Die künstlerische Gestaltung des Tartarus ist sowohl verstörend als auch faszinierend, was zu einer eindrucksvollen Darstellung der inneren Konflikte der Charaktere führt. Die Musik spielt im Film eine ebenso wichtige Rolle und es gelingt, mit einem melancholischen und zugleich hoffnungsvollen Soundtrack die richtige Stimmung zu erzeugen.
Kritiker bezeichnen den Film als einen zentralen Beitrag zur Anime-Kultur, der philosophische Gedanken in einem visuell beeindruckenden Rahmen darstellt. Dennoch gibt es auch diejenigen, die bemängeln, dass die Geschichte im Vergleich zum Originalspiel verkürzt wurde. Fans der Reihe finden jedoch in der filmischen Adaptation Inspiration, um eigenständig über die komplexen Themen nachzudenken. Der Film steht als kraftvolles Beispiel dafür, wie Animationskunst Räume eröffnet, in denen Zuschauer tiefgründige Fragen angehen können.
Gleichzeitig stellt "Falling Down" einen Spiegel dar, in den die heutige Jugend blicken kann. Zusammenhalt, Verlust, der Kampf gegen unsichtbare Kräfte – das sind Themen, die nicht nur in der Welt von Persona relevant sind. Es gibt Zuschauer, die meinen, dass Animationsfilme aufgrund ihres Zeichentrickcharakters für jüngere Zielgruppen oder Erwachsene, die nostalgisch auf ihre Kindheit blicken, weniger Platz in der ernsthaften Filmlandschaft haben sollten. Doch genau hier entfaltet "Falling Down" seine Kraft, indem er Erwachsenen und jungen Menschen gleichermaßen eine Plattform bietet, dies zu reflektieren.
Zweifelsohne bietet die Mischung aus packender Handlung und tiefschürfenden Gedanken viel Gesprächsstoff, gerade für die Generation Z, die kontinuierlich mit der Erwartungshaltung einer besseren Welt konfrontiert wird. Der Film fordert hier Verständnis für die Verwundbarkeit des Lebens und den Mut zum Weitergehen ein. Wer "Falling Down" betrachtet, wird nicht nur mit einer spannungsgeladenen Geschichte belohnt, sondern auch mit Denkanstößen, die weit über die knapp zwei Stunden Film hinaus in den Alltag wirken können.